Dienstag, 4. März 2014

Fundstück vom 18.09.2013:

Weiter leben... wenn ja, wie. Sterben... wenn ja, wie.

Wie "am Besten" natürlich jeweils! Und wenn ich sage "am Besten", dann meine ich am Besten für Alle. Und wenn ich sage "für Alle", dann meine ich die Menschen, die mir am nächsten stehen. Meine Familie. An erster Stelle meine Jungs. Und von dort ausgehend, alle und alles Andere.

Im Moment versuche ich, unterstützt durch die Medizin, die den Krebs ein weiteres Mal in Schach hält, all´ meine Kraft zusammen zu nehmen. Nochmal alles in Richtung Heilung zu geben. Diese Technik zur Heilung, nein jene... Hier ein Impuls von innen, dort ein Impuls von außen. Mal das Gefühl, im göttlichen Strom der Ereignisse direkt in die Heilung hinein zu treiben - Dann das Gefühl, auf verlorenem Posten zu kämpfen. Ein Wechselbad der Gefühle, von dem ich mich heute fragte, mit welcher Motivation ich da eigentlich rein gehe.

Von meiner Seele bekomme ich folgende klare Antwort:

Du hast dir vorgenommen zu heilen und genau das wirst du tun. Dich selbst und Andere. Auf welche Weise deine Heilung kommt, da lasse dich überraschen.

Meine Seele möchte also heilen. Ja, das war mir durchaus schon bewusst. Den Namen "Heilerin Lalida" hat sie mir ja schon vor längerem in´s Ohr geflüstert. Und ich, Melanie Eggert, verstehe diese Worte meiner Seele sehr wohl in ihrem gesamten Ausmass.

Der Tod ist nichts anderes als Heilung. Er ist ein Gesicht von Heilung, vielleicht das liebevollste von allen. Aus einem Körper auszusteigen, der allzu krank ist, ist Heilung. Aus einem Leben zu scheiden, das nicht mehr lebenswert erscheint, ist Heilung. Zu lernen Loszulassen ist Heilung. Alle im Leben gemachten Erfahrungen des Lebens im Moment des Todes zu reflektieren und zu integrieren ist Heilung. Der physische Tod steht am Ende eines gelebten Lebens als wahrhafter Heiler. Ja, so sehe ich das und bin mir sicher, das ich es so erfahren werde. Wann auch immer es ist.

Während ich mir also Aufzeichnungen von Workshops am Laptop anschaue, die mich an längst erlernte Techniken der Heilung erinnern und ich mich frage, wie ich diese Techniken für mich modifiziere, meldet sich ein - beinahe möchte ich in schon ein guter, alter nennen - Bekannter. 

Er sagt:

Na komm, Mel. Raus aus dem Kopf. Die Modifizierung, die du suchst, findest du nicht da draußen. Komm rein, zu mir in dein Herz, und ich zeige dir etwas.

Ich kenne diesen Ruf mittlerweile... Eigentlich erwarte ich ihn jeweils schon sehnsüchtig... Es ist Jesus, der in meinem Herzen wohnt. So, wie er in jedem Herzen wohnt, das ihm Einlass gewährt. Sofort bin ich bei dir, Bruder Jesus!

Im selben Moment sah ich mich vor meinem geistigen Auge da stehen. Einfach nur da stehen. Jesus nahm mich an die linke Hand. Warum auch immer, Tränen überkamen mich augenblicklich. Und da war Mutter Maria... sie nahm mich an meine rechte Hand. Meine Tränen liefen über mein Gesicht und ich bemerkte dieses wunderbare Gefühl, durch die beiden Wesen mit dem liebevollsten Lächeln dieser Welt rechts und links von mir Gott zu spüren. Gerade als ich mich für dieses wunderschöne, tiefe Gefühl bedankte, vervollständigte sich das Bild. An Jesus linker Hand stand jetzt mein großer Sohn, er hatte den Kleinen an der Hand und der Mutter Marias Rechte. Wir standen also nun im Kreis, ich meinen Jungs quasi gegenüber, Jesus und Mutter Maria unser Bindeglied. 

Ich schaute meinem Großen in´s Gesicht und er begann zu sprechen:

"Mama, die Lehre, die du aus deinem verkorksten Leben gezogen hast, habe ich zu meiner gemacht. Du hättest mir nichts Wichtigeres mitgeben können. Dein Auftrag an mir ist erfüllt. Es gibt nichts, das ich darüber hinaus von dir gebraucht hätte oder noch brauchen würde. Für mich warst und bist du perfekt, genau wie du bist und warst und jetzt ist es fertig und abgeschlossen."

Er sagte das mit so viel Liebe, das ich es kaum fassen konnte.

Ich schaute jetzt auf meinen Kleinen und er sagte:

"Mama, du bist einfach die beste Mama auf der Welt. Einfach weil du mich so sein lässt, wie ich bin. Weil du mich so liebst, wie ich bin. Du gibst mir das Gefühl mich zu unterstützen, ohne das ich mich dabei falsch fühle. Das ist einfach phänomenal. Genau für dieses Gefühl bin ich gekommen und ich werde das nie vergessen, mich immer daran erinnern."

Und da war er wieder... dieser Schmerz... der Kleine hat es leichter gehabt, als der Große... warum war ich beim Kleinen schon so weit, ihm dieses Gefühl geben zu können und beim Großen noch nicht... weil der Große mich in´s Vertrauen geführt hat! Er hat mir gezeigt, das nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird! Nicht jeder Anlass zum Ärger ein Anlass zur Verzweiflung sein muss! Das die Dinge sich entwickeln und gerade ziehen! Ja, mein Großer. Das ist dein Werk. Du hast mir so viel gegeben in diesem Punkt. Du hast mir gezeigt, das meine Sorgen um dich unnötig waren. Wie oft und wie lang habe ich an dir geübt, eine "gute" Mutter zu sein. Und wie geduldig hast du es ertragen... Die "ungute" Mutter und die nach Verbesserung Strebende. Und da war auch wieder der Wunsch einfach nur auf die Knie zu fallen und aus tiefstem Herzen um Vergebung zu bitten.

Also trat ich in die Mitte des Kreises, fiel auf meine Knie und bat um Vergebung, wie so viele Male zuvor in meinen Gedanken. 

"Wenn du nur wüsstest, wie gern ich es schon bei dir alles besser gemacht hätte. Vielleicht habe ich das und weiß es nur nicht mehr... Was ich ganz sicher weiß ist, das meinem Gefühl dich "erziehen zu müssen" oft das liebevolle Gefühl zum Opfer fiel. Heute weiß ich so viel mehr über Liebe... ich wünschte, du wärest erst jetzt gekommen... dann könnte und würde ich dir so viel mehr Liebe geben... Vielleicht nicht mehr... aber anders... auf eine Art, die sich nach mehr anfühlt... Aber einen großen Teil davon musste ich erst lernen! Und so viel dazu habe ich von dir gelernt. Mein Gott, ich hoffe und bete, dass du irgendwie und irgendwo spürst und weißt, wie sehr ich dich liebe und immer geliebt habe. Schon damals auf meine noch so unreife Art. Mir fehlen die Worte - ich bereue einfach zutiefst, damals noch nicht so weit gewesen zu sein, wie heute. Und wenn ich einen Wunsch noch habe, dann nur diesen einen. Die Zeit zurück zu drehen und dir das Selbstvertrauen geben, das du dir jetzt selbst erarbeitet hast. Weißt du noch, unser Spiel: "Hast du Vertrauen zu deiner Mutter"? Wenn die Antwort ja lautete, konntest du dich umkippen oder irgendwo runterfallen lassen und ich habe dich sicher aufgefangen. Es war mir so wichtig, dass du dieses tiefe Vertrauen, ein Stück Urvertrauen, von mir mitbekommst. Und dann habe ich an manchen Tagen die Zeit vergessen und du musstest am ein oder anderen Ort auf deine Abholung durch mich warten. So oft ich mich bemüht habe, das mir und auch dir zu erklären, so unbegreiflich ist mir das heute noch. Bei allem ADHS, das mir einzig zur Erklärung für mich und für dich bleibt. Eine Erklärung ist aber keine Entschuldigung und ich möchte mich einfach aus tiefstem Herzen entschuldigen bei dir. Ich wollte alles so gut machen und dann war ich so anders, als ich es mir selber vorgestellt oder erhofft habe."

Geschrieben am 18.09.2013, Nachtrag vom 04.03.2014:

Alle und Alles haben mir vergeben. Dafür bin ich so dankbar. Sogar ich habe es mir mit Jesus Hilfe vergeben können. Für mich bedeutet das nicht gutheißen. Jesus zeigte mir nur immer wieder, das wir so manche unserer "Unzulänglichkeiten" lernen müssen anzunehmen und so manche eben auch einen Sinn erfüllt, der uns im Moment des Geschehens nicht bewusst ist.

DANKE und AMEN.