Heilung oder Einzug in Gottes Haus... So lese ich es in meinem Eintrag vom 29.12.13.
Habe ich denn vergessen, dass der Titel meiner eigenen Webseite lange Zeit den Titel trug: " Heilung hat viele Gesichter"?
Bereits kurz nach meiner Diagnose war mir nur allzu bewusst, dass physisches Sterben die höchste Form der Heilung eines irdischen Lebens sein kann, wenn nicht sogar tatsächlich ist. Unser Sterben als der krönende Abschluss unserer Lebens, das mit unserer Ankunft zur Geburt gefeiert wurde. Warum nur wird in unseren Breitengraden vergessen, die Vollendung unserer Leben mit derselben Freude und Dankbarkeit zu feiern, wie die Ankunft in unser Leben?
Auch das wäre ein wunderschönes, mögliches Gesicht der Heilung, oder nicht?
Zurück zum Eingangsthema.
Es gibt immer wieder Menschen, die mir schreiben: "Ich sehe dich total gesund! Du wirst wieder ganz gesund werden! Du wirst geheilt!"
Und ich möchte sie umarmen vor Freude und ihnen sagen: "Ja, ja und jaaaaaa! Ich sehe mich auch gesund! Ich bin tatsächlich geheilt und ich werde es noch! Jeden Tag immer noch und noch ein Stück mehr! Wenn meine Stunde gekommen ist, sterbe ich als der gesündeste und geheilteste Mensch unter Gottes Sonne!"
Aus meiner jetzigen Position kann ich es wirklich nur so sagen: Die Heilung, die mir in Gott widerfahren ist, hat mit körperlicher Gesundheit so gar nichts zu tun. Und ich denke, wir tun gut daran, diese zwei Begriffe tatsächlich ein wenig zu entkoppeln. Einem Schwerkranken Heilung zu wünschen, ist eine ganz wunderbare Sache... Vielleicht sollte sie sich in unseren Gedanken aber nicht unbedingt oder ausschließlich auf das körperliche Wohl oder die körperliche Gesundung beziehen. In einem gewissen Stadium der Erkrankung, anders gesagt an einem gewissen Punkt der seelischen Entwicklung, ist das Seelenheil für das Wohlergehen wichtiger, als eine unbedingte Gesundung des Körpers. Und da kann ich nur sagen, bin ich reich beschenkt. Beschenkt mit einer angemessenen Traurigkeit und beschenkt mit einer ebenso angemessenen Freude.
Ich habe lange Zeit gesucht... Viele Seminare und Workshops besucht... Schon lang vor meiner Diagnose, was meine Diagnose für mich eigentlich noch niederschmetternder machte. Ich war doch schon "so weit"! Mich New-Age-Gedanken voller Hoffnung hingegeben... Ja, ich habe mir einige Strohhalme gesucht, die für mich leichter brachen als ein vertrockneter Halm im Wind. Und genau darum ging es wohl. Zu erkennen, was es mit der ein oder anderen geistigen Gesetzmäßigkeit auf sich hat. Zumindest galt dieser Frage mein Interesse. Es kann und wird nie die eine letzte Antwort für mich geben... Die Gesetzmäßigkeit meiner Entwicklung macht das glücklicherweise unmöglich. (Wenn ich nur ausdrücken könnte, wie sehr ich mich auf die Ansichten und Einsichten der kommenden Form freue!) Ebenso wie es glücklicherweise niemals den einen Weg für Alle geben kann und wird.
Der individuelle Erfahrungsweg ist eines jedes Menschen Heiligtum.
Aber eines habe ich erfahren: Das, was wir heute Spiritualität nennen, ist eine Marketingmaschinerie. Alles, das sie der materiellen Welt anheimst, tut sie selbst. Und vielleicht noch etwas brutaler. Durch irrationale Versprechungen Hoffnungen zu schüren, die einen sehr schmerzenden Scherbenhaufen enttäuschter Hoffnungen hinterlassen, ist mir einfach ein Greuel.
Hoffnung gibt es allein bei Gott. Kein menschliches Verfahren kann euch vor einer enttäuschten Hoffnung bewahren. Die Schulmedizin hat ihre Grenzen, alternative Verfahren haben ihre Grenzen und die Versprechen in dem, was ihr heute Spiritualität nennt, sind leider grenzenlos. Die Spiritualität der neuen Marken ist euch kaum eine Hilfe von Dauer. Sie hat mit wahrem Glauben nicht viel zu tun. Im Gegenteil, sie verhindert den wahren Glauben. Und für diese Erkenntnis ist sie gut. Auch ich bin mehr der Begleiter deines Zuges als der Kontrolleur in ihm, als dir hier und dort glaubhaft gemacht werden möchte.
Irrlichter sind die Leuchten am Wege eines dunklen Weges. Mögen sie euch zur Orientierung dienen.
Jesus, ich habe das mit dem Glauben und der einzigen Hoffnung bei Gott lange nicht verstanden. Bis mir das Zitat von Vaclav Havel begegnete:
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht.
Ist dieses Zitat so eine Orientierungshilfe?
Ja, unbedingt. Es wurde von Vaclav Havel in einem Moment der Inspiration geschrieben und hat absolute Gültigkeit. Gott ist der Sinn und der Sinn ist Gott.
In eurem Glauben ist es oft so, dass Gott den Dingen Sinn verleiht. Das ist, wie es sich für euch darstellt. Wahrhaftig ist Gott der Sinn und der Sinn Gott.
Amen und Hallelujah.